Carport mit Solarmodulen bei Sonnenuntergang, darunter lädt ein Elektroauto an einer Wallbox
Ratgeber · Stand 28. Oktober 2026

Das Auto mit Sonne laden.

Solarstrom vom eigenen Dach kostet einen Bruchteil von Netzstrom. So funktioniert Überschussladen, was es dir bringt und warum ein Balkonkraftwerk dafür zu klein ist.

Auf einen Blick

Warum sich das lohnt.

Strom ins Netz zu verkaufen bringt wenig. Ihn selbst ins Auto zu laden spart viel.

Solarstrom vom Dach6–14 ctpro kWh, kleine Anlage ohne Speicher

So viel kostet es, eine Kilowattstunde selbst zu erzeugen.

Strom aus dem Netz37 ctpro kWh im Schnitt 2026

Was Haushalte laut ADAC im Schnitt zahlen.

Einspeisevergütung7,7 ctpro kWh, neue Anlagen bis 10 kWp

Für Anlagen, die vom 1. August 2026 bis 31. Januar 2027 in Betrieb gehen.

Rechner

Was spart dir Solarstrom im Auto?

Für jede Kilowattstunde aus der Sonne zahlst du keinen Netzstrom. Du verzichtest nur auf die Einspeisevergütung.

1
Wie weit fährst du im Jahr?Kilometer
km
2
Wie viel braucht dein Auto?kWh pro 100 km mit Ladeverlust
kWh
3
Wie viel davon kommt von der Sonne?Anteil am Laden zuhause
%

Das ist eine Annahme. Wie viel klappt, hängt davon ab, wie oft das Auto bei Sonne zuhause steht, und von der Jahreszeit.

4
Was kostet dich Netzstrom?Arbeitspreis pro kWh
ct
Mehr einstellen: Einspeisevergütung
Einspeisevergütungct pro kWh, steht im Vertrag deiner Anlage
ct
Dein Ergebnis

Ladestrom im Jahr
pro 100 km mit Solaranteil
sparst du im Jahr gegenüber reinem Netzstrom
So rechnen wir

Ladestrom = km × Verbrauch ÷ 100. Für den Solaranteil zahlst du statt Netzstrom nur die entgangene Einspeisevergütung. Die Anlage selbst ist schon bezahlt und nicht eingerechnet. Was das Laden ohne Solar kostet, zeigt auch der E-Auto-Rechner.

Überschussladen

So funktioniert es.

Die Wallbox lädt nur mit dem Strom, der sonst ins Netz fließen würde.

Messen am Hausanschluss

Ein Energiemanagement misst laufend, wie viel Strom gerade ins Netz fließen würde, und gibt genau diese Leistung an die Wallbox.

Die Mindestleistung

Ein E-Auto lädt nicht mit beliebig wenig Strom. Einphasig braucht es etwa 1,4 kW Überschuss, dreiphasig mindestens 4,2 kW.

Phasenumschaltung

Bei wenig Sonne schaltet eine gute Wallbox von drei auf eine Phase um. So startet das Laden früher und bricht seltener ab.

Die passende Anlage

Regelmäßig genug Überschuss liefern Anlagen ab etwa 6 bis 10 kWp. PV-fähige Wallboxen kosten etwa 500 bis 1.700 €, dazu Zähler, Energiemanagement und Montage.

Einbau nur vom Elektriker

Wallbox, Zähler und Energiemanagement installiert und meldet eine Elektrofachkraft beim Netzbetreiber an. Prüf vorher, ob Wechselrichter, Zähler und Wallbox zusammenarbeiten, am einfachsten mit Geräten eines Herstellers. Wie die Wallbox zu dir kommt, steht in der Wallbox-Anleitung.

Balkonkraftwerk

Reicht ein Balkonkraftwerk fürs Auto?

Leider kaum. Ein Balkonkraftwerk liefert höchstens 800 W, das Auto braucht zum Laden aber mindestens etwa 1,4 kW. Steckt das Auto am Notladekabel, kommt der größte Teil des Stroms deshalb trotzdem aus dem Netz.

Lohnend bleibt das Balkonkraftwerk für die Grundlast im Haushalt: Kühlschrank, Router, Standby. Was es dir dort bringt, rechnet der Balkonkraftwerk-Rechner aus.

Weiter sparen

Wenn die Sonne nicht reicht.

Nachts günstig laden

Im Winter liefert die Anlage wenig. Ein dynamischer Stromtarif macht das Laden in günstigen Nachtstunden billiger, mehr im Ratgeber Stromtarif.

§ 14a anmelden

Eine steuerbare Wallbox beim Netzbetreiber angemeldet bringt weniger Netzentgelt, rund 110 bis 190 € im Jahr.

Bidirektionales Laden

Das Auto als Speicher fürs Haus ist seit Ende 2025 gesetzlich geregelt, Rückspeisung kostet kein zweites Netzentgelt mehr. Es braucht aber ein freigegebenes Auto und eine teure bidirektionale Wallbox, laut Händlerangaben 3.500 bis 6.000 € mit Einbau.

Vergütung sinkt

Für neue kleine Anlagen soll die feste Einspeisevergütung ab 2027 wegfallen, das Gesetz ist noch im Verfahren. Umso mehr lohnt es, den eigenen Strom selbst zu nutzen.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet.

Brauche ich einen Batteriespeicher?

Nicht für das Auto. Das Auto ist selbst ein großer Akku. Wichtiger ist, dass es bei Sonne zuhause steht und die Wallbox den Überschuss nutzt.

Welche Wallbox kann Überschussladen?

Viele PV-fähige Modelle. Im ADAC-Test 2023 bekamen alle acht Wallboxen mit Solarfunktion die Note gut. Wichtig ist, dass sie mit deinem Wechselrichter oder Energiemanagement zusammenarbeitet.

Was bringt mir die Sonne im Winter?

Wenig. Zwischen November und Februar reicht der Überschuss oft nicht für die Mindestleistung. Den Großteil lädst du dann aus dem Netz, am besten in günstigen Stunden.

Lohnt eine neue PV-Anlage noch, wenn die Vergütung wegfällt?

Je mehr du selbst verbrauchst, desto weniger hängt es an der Vergütung. Mit E-Auto oder Wärmepumpe steigt der Eigenverbrauch deutlich. Mehr zur Wärmepumpe im Ratgeber Wärmepumpe.

Quellen
  1. ADAC: Wallbox-Überschussladen, PV-Strom fürs E-Auto clever nutzen (11.09.2026) adac.de
  2. ADAC: Einspeisevergütung, Förderung für Strom aus der PV-Anlage 2026 und 2027 (01.09.2026) adac.de
  3. Automobilsalon Bellemann: Bidirektionales Laden 2026, Stand der Technik und Recht (22.05.2026, Händlerseite) automobilsalon-bellemann.de
  4. energiemarie: Dynamischer Stromtarif fürs E-Auto, § 14a (aktualisiert 07.08.2026) energiemarie.de

Allgemeine Informationen, keine Beratung im Einzelfall. Geprüft am 28.10.2026.