
Wärmepumpe: lohnt sie sich?
Was sie im Jahr kostet, wie viel Förderung du bekommst und wie du ohne Fachchinesisch prüfst, ob dein Haus dafür passt. Auch im Altbau.
Drei Zahlen, die zählen.
Wie gut eine Wärmepumpe arbeitet, zeigt die Jahresarbeitszahl: wie viel Wärme sie aus einer Kilowattstunde Strom macht.
Gemessen vom Fraunhofer ISE in bestehenden Häusern. Die Spanne reichte von 2,6 bis 4,9.
Deutlich günstiger als normaler Haushaltsstrom mit rund 37 ct.
Bei 20.000 kWh im Jahr, Daten von Verivox über stromauskunft.de.
Gas oder Wärmepumpe: was kostet weniger?
Nimm deine letzte Gasrechnung. Der Rechner macht daraus die Wärme, die dein Haus braucht, und rechnet sie mit der Wärmepumpe neu.
Heizt du mit Öl: Liter × 10 ergibt ungefähr die kWh.
So rechnen wir
Wärme = Gasverbrauch × 0,9, denn ein Gaskessel macht aus 100 kWh Gas etwa 90 kWh Wärme. Strom für die Wärmepumpe = Wärme ÷ Jahresarbeitszahl. Grundpreise, Wartung und Schornsteinfeger sind nicht eingerechnet. Für einen Wärmepumpentarif brauchst du oft einen eigenen Zähler.
Wie viel Zuschuss bekommst du?
Seit dem 21. Juli 2026 gelten neue Regeln. Der Rechner gilt für ein selbst bewohntes Einfamilienhaus.
So rechnen wir
30 % Grundförderung, 16 % Klimageschwindigkeitsbonus beim Tausch einer alten Heizung (Antrag bis 31.01.2027), Einkommensbonus 40, 30 oder 10 %. Höchstens 70 %, bei bis 30.000 € Einkommen 80 %. Gefördert werden höchstens 28.000 € Kosten für die erste Wohneinheit. Eine Beratung ersetzt der Rechner nicht.
Ab Februar 2027 fällt der Klimageschwindigkeitsbonus auf 12 % und die förderfähigen Kosten auf 27.250 €. Laut cleanthinking.de soll im ersten Quartal 2027 auch die Grundförderung für Wärmepumpen sinken. Wer ohnehin tauschen will, sollte das bald beim Fachbetrieb klären. Gefördert werden nur noch Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel.
Passt eine Wärmepumpe in mein Haus?
Die meisten Häuser schaffen es. Entscheidend ist, wie warm das Heizwasser sein muss.
Der 55-Grad-Test
Stell an einem kalten Wintertag die Vorlauftemperatur deiner jetzigen Heizung auf höchstens 55 °C und alle Thermostate auf Stufe 3. Werden alle Räume warm, passt das Haus meist.
Kalte Räume merken
Bleibt nur ein Zimmer kühl, reicht oft ein größerer Heizkörper oder einer mit kleinem Lüfter. Bleibt das ganze Haus kühl, kommt zuerst die Dämmung.
Heizkörper sind oft zu groß
In Altbauten sind Heizkörper laut Verbraucherzentrale überraschend oft überdimensioniert. Das hilft der Wärmepumpe. Eine Fußbodenheizung ist nicht nötig.
Hydraulischer Abgleich
Damit jeder Heizkörper die richtige Menge Wasser bekommt. Für ein Einfamilienhaus mit zehn Heizkörpern rechnet die Verbraucherzentrale mit 750 bis 1.200 €.
Planung, Einbau und Anschluss macht ein Fachbetrieb, für die Förderung ist das ohnehin nötig. Die Förderung beantragst du vor Beginn der Arbeiten. Was du selbst tun kannst: den 55-Grad-Test, deine Verbräuche der letzten Jahre sammeln und mehrere Angebote einholen.
So wird der Betrieb günstiger.
Eigener Wärmepumpentarif
Im Schnitt 22 bis 27 ct statt rund 37 ct für Haushaltsstrom. Dafür brauchst du meist einen eigenen Zähler. Vergleichen lohnt, wie beim normalen Stromtarif.
§ 14a: steuerbar anmelden
Die Wärmepumpe gilt als steuerbares Gerät. Der Netzbetreiber darf sie kurz drosseln, dafür zahlst du weniger Netzentgelt, je nach Gebiet rund 5 bis 6 ct pro kWh.
Vorlauf so niedrig wie möglich
Jedes Grad weniger Heizwasser verbessert die Arbeitszahl. Eine gute Einstellung macht viel aus: In den Messungen brauchten die besten Anlagen nur halb so viel Strom wie die schwächsten.
Mit Solarstrom
Eine Photovoltaik-Anlage liefert vor allem im Frühjahr, Sommer und Herbst Strom, im Winter weniger. Für Warmwasser und Übergangszeit hilft sie trotzdem.
Für den Test und den Alltag.
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Kurz beantwortet.
Funktioniert eine Wärmepumpe auch im Altbau?
Meist ja. In den Messungen des Fraunhofer ISE in bestehenden Häusern kamen Luft-Wasser-Wärmepumpen im Mittel auf eine Jahresarbeitszahl von 3,4. Mach vorher den 55-Grad-Test.
Was ist eine gute Jahresarbeitszahl?
Ab etwa 3 arbeitet eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ordentlich, Erdwärmepumpen schaffen in den Messungen über 4. Je höher, desto weniger Strom brauchst du für dieselbe Wärme.
Bekomme ich als Mieter eine Wärmepumpe?
Das entscheidet der Eigentümer. Als Mieter kannst du aber den Stromtarif und deinen Stromverbrauch prüfen.
Wie viel Förderung gibt es höchstens?
Für ein Einfamilienhaus höchstens 19.600 € bei 70 % oder 22.400 € bei 80 %, weil höchstens 28.000 € Kosten gefördert werden. Stand nach der Reform vom 21. Juli 2026.
- cleanthinking.de: Heizungsförderung 2026, KfW-Zuschüsse für Wärmepumpe und Co. (aktualisiert 24.10.2026) cleanthinking.de
- boerse-express: BEG-Reform ab heute, Heizungszuschüsse sinken (21.07.2026) boerse-express.com
- cleanthinking.de: Wärmepumpe im Altbau, der 55-Grad-Test, mit Messdaten des Fraunhofer ISE (03.10.2026) cleanthinking.de
- gruenes.haus: Strompreis und Stromkosten einer Wärmepumpe 2026 (07.08.2026) gruenes.haus
- stromauskunft.de: Gaspreise in Deutschland, Daten von Verivox (Stand 27.10.2026) stromauskunft.de
Allgemeine Informationen, keine Energie- oder Förderberatung im Einzelfall. Geprüft am 28.10.2026.