Richtig lüften und heizen: So bleibt der Schimmel weg
Wie lange du im Winter lüftest, welche Luftfeuchte passt, wie warm Räume mindestens sein sollten und ab wann eine kalte Wand zum Problem wird.
Im Winter reichen drei bis zehn Minuten Stoßlüften, drei- bis viermal am Tag, und kein Raum sollte unter 16 °C fallen. Liegt die Luftfeuchte länger über 50 Prozent, solltest du lüften. Schimmel wächst, wenn an einer Wand längere Zeit 80 Prozent Feuchte herrschen; kleine Flächen bis etwa einen halben Quadratmeter entfernst du mit Ethanol 70 bis 80 Prozent.
Die wichtigsten Zahlen.
Ein Haushalt mit vier Personen gibt jeden Tag rund 12 Liter Wasser als Dampf an die Luft ab. Das muss wieder raus.
Im Frühjahr und Herbst 10 bis 20 Minuten, im Sommer 15 bis 30. Drei- bis viermal am Tag, bei mehr Personen öfter.
Wohnzimmer und Küche 18 bis 20 °C, Bad 20 bis 22 °C, Schlafzimmer 18 °C.
Liegt sie länger über 50 Prozent oder beschlagen die Scheiben innen, lüfte. Die Verbraucherzentrale Hamburg empfiehlt im Winter 30 bis 45 Prozent.
Hinter Schränken an kalten Außenwänden staut sich sonst feuchte Luft.
Wird deine Wand zu feucht?
Schimmel wächst, wenn an der Wand lange 80 Prozent Luftfeuchte herrschen. Je kälter die Wand, desto feuchter wird die Luft direkt daran.
So rechnen wir
Aus Raumtemperatur und Luftfeuchte berechnen wir mit der Magnus-Formel, wie viel Wasserdampf in der Luft steckt. Kühlt diese Luft an der Wand ab, steigt ihre relative Feuchte. Ab 80 Prozent an der Wandoberfläche über längere Zeit besteht laut Verbraucherzentrale Hamburg Schimmelrisiko, am Taupunkt schlägt sich Wasser nieder. Das ist eine Abschätzung, keine Bauprüfung.
So lüftest du richtig.
Stoßlüften statt Kippen
Fenster für ein paar Minuten ganz öffnen, dann wieder schließen. So tauschst du die feuchte Luft aus, ohne die Wände lange auszukühlen.
Nach Duschen, Kochen und Aufstehen
Dann ist am meisten Feuchte in der Luft. Vor allem das Schlafzimmer morgens gleich lüften.
Heizkörper beim Lüften zu
Dreh die Ventile unter dem offenen Fenster zu und danach wieder auf.
Türen zu kühleren Räumen schließen
Ist ein Raum mehr als 5 °C kälter, zieht feuchte Luft hinein und schlägt sich an den kalten Wänden nieder.
Nicht unter 16 °C
Auch wer Heizkosten spart, sollte jeden Raum tagsüber auf mindestens 16 °C halten. In schlecht gedämmten Häusern eher mehr.
Hilft ein Luftentfeuchter?
Manchmal. Er ersetzt aber weder Lüften noch eine Reparatur.
Elektrischer Entfeuchter
Die meisten Geräte brauchen 200 bis 400 W. Sinnvoll, wenn du regelmäßig mehr als 70 Prozent misst, etwa im Keller oder beim Wäschetrocknen in der Wohnung. Was er kostet, rechnet der Geräte-Rechner aus.
Granulat-Entfeuchter
Braucht keinen Strom und ist billig, das Granulat musst du aber regelmäßig nachkaufen. Für kleine Räume wie Abstellkammer oder Schrank.
Grenzen
Undichte Fenster oder schlechte Dämmung gleicht kein Gerät aus. Bei starkem Schimmelbefall kann ein Entfeuchter Sporen im Raum verteilen.
Was tun bei Schimmel?
Kleine Flächen selbst
Bis etwa einen halben Quadratmeter darfst du selbst entfernen, mit Ethanol 70 bis 80 Prozent aus der Apotheke. Kein Essig, keine Chlorreiniger. Ethanol brennt leicht: gut lüften, keine offene Flamme. Lappen danach wegwerfen.
Große Flächen: Fachbetrieb
Größere Flächen und Schimmel, der immer wiederkommt, gehören in die Hände eines Fachbetriebs. Wiederkehrender Schimmel zeigt ein größeres Feuchteproblem.
Zur Miete: schriftlich melden
Melde Schimmel dem Vermieter schriftlich und setz eine Frist zur Beseitigung. Ein Recht auf Mietminderung entsteht erst nach dieser Mängelanzeige.
Messen statt raten.
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Kurz beantwortet.
Wie lange soll ich im Winter lüften?
Bei Kälte oder Wind reichen drei bis fünf Minuten Stoßlüften, die Verbraucherzentrale Hamburg nennt fünf bis zehn. Im Frühjahr und Herbst 10 bis 20 Minuten, im Sommer 15 bis 30.
Welche Luftfeuchte ist richtig?
Im Winter möglichst nicht über 50 Prozent, die Verbraucherzentrale Hamburg nennt 30 bis 45. In gut gedämmten Häusern sind kurzzeitig 60 Prozent meist kein Problem, in schlecht gedämmten kann schon weniger zu viel sein.
Darf ich Wäsche in der Wohnung trocknen?
Ja, dann aber öfter lüften oder einen Luftentfeuchter laufen lassen. Behalte die Feuchte mit einem Hygrometer im Blick.
Hilft Heizen gegen Schimmel?
Ja. Warme Wände bleiben trockener. Deshalb sollten Räume nicht unter 16 °C fallen, auch wenn du sparst. Wie du Heizkosten anders senkst, steht im Ratgeber Heizlüfter und Elektroheizung.
- Verbraucherzentrale Niedersachsen: Weniger heizen ohne Schimmelbildung (Stand 24.06.2026) verbraucherzentrale-niedersachsen.de
- Verbraucherzentrale Hamburg: Schimmel, was tun? (Stand 28.11.2025) vzhh.de
- ZDFheute: Luftfeuchtigkeit und Schimmel, wie Luftentfeuchter helfen können (02.12.2025) zdfheute.de
Allgemeine Informationen, keine Bau- oder Rechtsberatung. Geprüft am 03.11.2026.